LAUTEN
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Biografie

Barbara Ferloni

Schon bevor ich mein Diplom als Lautenbauerin und Konservatorin an der Mailänder Instrumentenbauschule ablegte, beschäftigte ich mich mit historischen Musikinstrumenten. Nach dem Diplom zog ich nach Hamburg, zu zeit arbeite ich in Como.Ich habe mich auf den Nachbau und die Restaurierung von Zupfinstrumenten des 13.- 18.Jahrhunderts spezialisiert.

Neben der Tätigkeit in der Werkstatt erforsche und vermesse ich alte Instrumente in Museen und Sammlungen. Diese Studien sind für mich eine wertvolle Gelegenheit, Kenntnisse über historische Arbeitsweisen und Konstruktionstechniken zu erlangen.

Die Leidenschaft für die Musik und das Interesse am Handwerk waren die entscheidenden Motive für mich, diesen Beruf zu ergreifen. Die Liebe, die ich in dem Bau der Instrumente widme, wird in dem Moment erfahrbar, in dem die Laute gespielt wird. Die Vorstellung, dass das, was ich baue, nicht passiv bleibt, sondern zum Ausdrucksmittel der Kreativität anderer wird, macht mich auf meine Arbeit stolz.


Kai Schupp:

Es begann vielleicht auf dem Gymnasium, als meine persönlichen Schwerpunkte wählte ich dort Musik und Physik. Als ich 1980 mein Abitur bestanden hatte zog es mich nicht etwa zur Uni sondern eher ins Handwerk und ins Ausland. Was lag da näher als Instrumentenbau zu lernen? 1981 fand ich in Italien die Schule, die meinen Vorstellungen entsprach und lernte 4 Jahre lang an der civica scuola di liuteria di Milano den Nachbau und die Restaurierung von historischen Musikinstrumenten. Während der Ausbildung, besonders mit dem Lauten- baumeister Tiziano Rizzi entwickelte sich die Zuneigung zu Lauteninstrumenten.

Seit meiner Rückkehr nach Hamburg 1986 bin ich selbständig als Lautenbauer tätig. Ich restaurierte Zupfinstrumente im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und baute verschiedenste historische Zupfinstrumente. Nebenbei studierte ich an der Universität Hamburg Musikwissenschaften und Holzbiologie. Dann betrieb ich für 5 Jahre ein Musikgeschäft in Hamburg, im Sortiment legte ich den Schwerpunkt auf Instrumente der sog. Weltmusik. In dem Zusammenhang bekam ich dann auch engen Kontakt zu orientalischen Lauten-instrumenten (Saz und Oud). Bei Besuchen von Instrumentenbau- Betrieben in der Türkei ergaben sich neue Anregungen in Bezug auf rationelle Manufaktur-Fertigung von Lauteninstrumenten. In meiner Phantasie sah ich mich manchmal in größere Manufakturbetriebe der Renaissancezeit versetzt.

So belebte ich die alte - schon während der Ausbildung oft diskutierte Frage- neu, in wieweit es möglich ist eine kostengünstige Laute zu produzieren. Sie sollte alle Merkmale der historischen Laute besitzen, gut bespielbar sein und interessierten Menschen die finanzielle Einstiegs-Hemmschwelle senken. Damit setzte sich das Projekt Schülerlaute APizzico in Bewegung.